DIE SAGE

Die Geschichte der versunkenen Stadt...

DIE VERSUNKENE STADT

Die Legende über das Kirchenspiel Rungholt.

«In der Edomsharde nahe Pellworm wohnten früher reiche Leute, denn sie bauten hohe Deiche und trotzten so der Nordsee fruchtbare Ländereien ab. Wenn sie an Feiertagen auf ihren Deichen entlang wanderten, dann blickten sie nach Südwesten hinaus aufs offene Meer und sprachen: »Trotz nu, blanke Hans!«, Denn so nannten die Menschen im Norden den Sturm, der die große Flut brachte, manchmal die Deiche zerstörte und weite Ländereien überflutete, so dass Menschen und Vieh ertrinken mussten.

 

Am Weihnachtsabend anno domini eintausenddreihunderteinundsechzig machten die Bauern im Wirtshaus eine Sau trunken, setzten ihr eine Schlafmütze auf und legten sie ins Bett. Dann riefen sie ihren Pastor und forderten, er solle dem Kranken, da er auf Leben und Tod läge, das heilige Abendmahl reichen. Als der fromme Mann sich weigerte und sie ob ihres gottlosen Tuns schalt, verschworen sie sich, dass, wenn er ihren Willen nicht auf der Stelle erfülle, sie ihn in den Graben stoßen und mit Stangen so lange untertauchen wollten, bis er die Englein im Himmel würde singen hören.

 

Als der Gottesmann merkte, dass sie nichts Gutes mit ihm im Sinne hätten, machte er sich stillschweigend davon. Aber ein paar Burschen zogen ihn mit Gewalt ins Wirtshaus, zwangen ihn zum Trinken und gossen die Büchse, darin das heilige Sakrament gewesen, voll Biers und sprachen gotteslästerlich: Wenn Gott darinnen sei, so müsse er auch mit ihnen saufen!

 

Wie der Prediger auf seine begütigenden Vorhaltungen seine Büchse hat wiederbekommen, ist er in die Kirche gelaufen und hat Gott angefleht, er möge jene Leute für ihr lästerliches Tun strafen. In der folgenden Nacht wurde er gewarnt: Er solle aus dem Land gehen, denn es werde bald darauf verderben. So stand er auf und machte sich gleich darauf davon. Es erhob sich aber ein ungestümer Wind und Sturm, wie ihn noch kein Mensch je erlebt hatte, und das Wasser kam und stieg vier Ellen hoch über die Deiche. Da mussten Mensch und Vieh jämmerlich ersaufen, und das Land ging unter und mit ihm der Flecken Rungholt und sieben andere Kirchspiele.

 

Die Flut aber wurde die Mandränke genannt.»

 

So die Sage von der vesunkenen Stadt... Namensgeber unseres Ferienhauses Rungholt.

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